MINT Rezertifizierung 2026

Laudatio Rezertifizierung MINT SCHULE NRW 2026, (Wasilios Rodoniklis)
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Schulleitungen, liebe Lehrkräfte,
und liebe Schülerinnen und Schüler,
ich darf hier stellvertretend für das Team von SCHULEWIRTSCHAFT NRW und vor allem
stellvertretend für die Jury MINT SCHULE NRW sprechen:
Wenn wir in Jury-Tandems unsere Schulen im Netzwerk MINT SCHULE NRW besuchen,
erleben wir immer wieder, wie unglaublich groß die Spannweite dessen ist, was sich hinter vier
Buchstaben verbergen kann: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Da wird experimentiert und programmiert, gebaut und getüftelt, gegärtnert und geforscht. Da
gibt es Robotik, 3D-Druck und Makerspaces ebenso wie Schulgärten, Nachhaltigkeitsprojekte
und Werkstätten. Schülerinnen und Schüler nehmen an Wettbewerben teil, entwickeln eigene
Produkte, arbeiten mit Unternehmen und Hochschulen zusammen – und beschäftigen sich
inzwischen ganz selbstverständlich auch mit Künstlicher Intelligenz.
Aber die diesjährigen Audits haben uns noch einmal sehr deutlich gezeigt: Eine gute MINT
SCHULE NRW erkennt man nicht allein an der Zahl ihrer Projekte oder an einer
besonders modernen Ausstattung.
Man erkennt sie daran, was sie ihren Schülerinnen und Schülern ermöglicht.
Und das kann je nach Schule sehr unterschiedlich aussehen.
Einige unserer Schulen arbeiten unter Rahmenbedingungen, die alles andere als einfach sind.
Sie haben eine sehr heterogene Schülerschaft, einen hohen Sozialindex oder eine
Ausstattung, bei der sich Lehrkräfte vermutlich manches anders wünschen würden. Und
gerade dort erleben wir mitunter ein beeindruckendes Engagement.
Eine Schule beispielsweise arbeitet teilweise noch in Räumen und mit einer Ausstattung aus
den 1970er-Jahren – und schafft es trotzdem, ein durchgängiges MINT-Profil, Robotik, 3D-
Druck und sogar innovative KI-Anwendungen umzusetzen. Vor allem aber gibt sie ihren
Schülerinnen und Schülern Verantwortung und beteiligt sie aktiv an der Gestaltung ihrer
Schule.
Das ist für uns eine ganz wichtige Botschaft unseres Netzwerks:
Gute MINT-Bildung ist keine Frage des Sozialindex. Und sie beginnt auch nicht mit der
perfekten technischen Ausstattung. Sie beginnt mit Menschen, die etwas möglich
machen wollen.
Mit Schulleitungen, die Freiräume schaffen. Mit Lehrkräften, die Ideen entwickeln und
zusätzliche Verantwortung übernehmen. Und mit Schülerinnen und Schülern, denen man
zutraut, selbst zu forschen, zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen.
Dabei beeindruckt uns auch die fachliche Spannweite.
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MINT endet längst nicht mehr an der Tür des Physik- oder Chemieraums. Unsere Schulen
verbinden MINT mit Nachhaltigkeit und Klimabildung, mit Kunst und Kreativität, mit
gesellschaftlicher Verantwortung und zunehmend auch mit Medienbildung und Künstlicher
Intelligenz.
Eine unserer Schulen bringt dies beispielsweise in einem Makerspace mit 3D-Druck, Robotik
und VR zusammen und verbindet fachliches Lernen zugleich mit Berufsorientierung,
Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung. Eine andere denkt sogar MINT und Kunst
zusammen und lässt Schülerinnen und Schüler selbst sagen: „Für jeden ist etwas dabei.“
Und genau das ist MINT SCHULE NRW: unterschiedliche Zugänge schaffen, damit
möglichst viele junge Menschen ihre eigenen Talente entdecken können.
Ein zweiter Punkt ist in den Audits sehr deutlich geworden:
MINT SCHULE NRW ist immer auch SCHULEWIRTSCHAFT.
Denn besonders stark sind die Angebote dort, wo Schulen ihre Türen öffnen und Unternehmen
nicht nur gelegentlich zu einem Aktionstag einladen, sondern echte, langfristige
Partnerschaften aufbauen.
Wir erleben Kooperationen, in denen Auszubildende Schülerinnen und Schülern ihre Berufe
vorstellen, Unternehmen Workshops und Praktika ermöglichen oder gemeinsam mit
Lehrkräften Projekte entwickeln. Und wir sehen sogar ehemalige Schülerinnen und Schüler,
die über solche Kontakte ihren Weg in eine Ausbildung gefunden haben und nun als
Auszubildende in ihre frühere Schule zurückkehren.
Wie wirkungsvoll eine solche Zusammenarbeit sein kann, zeigt beispielsweise eine langjährige
Kooperation mit Bayer: Dort geht es nicht nur um einzelne Projekte, sondern tatsächlich um
Übergänge von der Schule in Ausbildung und Beruf.
Genau dann wird aus einer Kooperation gelebte SCHULEWIRTSCHAFT.
Und schließlich beschäftigt unsere Schulen natürlich eine Frage ganz besonders: Wie
gestalten wir Schule in einer zunehmend digitalen und von KI geprägten Welt?
Auch hier sehen wir eine enorme Spannweite. Da werden KI-Assistenten entwickelt, KI in
Lernpfade integriert, europäische Projekte zur AI Literacy geplant oder Schülerinnen und
Schüler beim verantwortungsvollen Umgang mit generativer KI begleitet.
Was uns daran besonders gefällt: Unsere MINT-Schulen laufen nicht einfach jedem neuen
Tool hinterher.
Sie probieren aus. Sie reflektieren. Sie evaluieren. Sie verwerfen auch einmal etwas.
Und sie entwickeln weiter.
Dazu gehört Mut.
Der Mut einer Schulleitung, neue Wege zu ermöglichen.
Der Mut eines Kollegiums, Routinen infrage zu stellen.
Und auch der Mut zu sagen: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob sie
Lernen besser macht und junge Menschen auf ihre Zukunft vorbereitet.
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Vielleicht ist genau das die größte Stärke, die wir in den diesjährigen Rezertifizierungen
gesehen haben:
Unsere MINT-Schulen ruhen sich nicht auf ihrer Auszeichnung aus.
Sie entwickeln sich weiter.
Manche Angebote bestehen seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten – und werden trotzdem
immer wieder überprüft und neu gedacht. Andere entstehen gerade erst: Makerspaces, neue
Kooperationen, KI-Konzepte oder neue Formen der Berufsorientierung. Besonders schön ist,
wenn dabei sogar Impulse aus unserem eigenen Netzwerk aufgenommen und an anderer
Stelle weiterentwickelt werden.
Und deshalb ist eine Rezertifizierung für uns eben nicht einfach die Verlängerung eines
Siegels.
Sie ist eine Momentaufnahme der Frage:
Wo steht unsere Schule heute – und wo wollen wir morgen stehen?
Die Antworten, die Sie uns bei unseren Audits gegeben haben, waren so unterschiedlich wie
Ihre Schulen selbst.
Aber eines verbindet sie:
Engagierte Menschen, die jungen Menschen etwas zutrauen.
Die ihnen MINT begreifbar machen.
Die ihnen Türen in Ausbildung, Studium und Beruf öffnen.
Und die Schule nicht nur verwalten, sondern gestalten wollen.
Dafür möchten wir Ihnen heute danken.
Den Schulleitungen für ihren Mut und ihre Unterstützung.
Den Lehrkräften für ihre Fachlichkeit, ihre Ideen und das oftmals weit über das
Selbstverständliche hinausgehende Engagement.
Den Partnern aus Unternehmen, Hochschulen und der Region für gelebte
SCHULEWIRTSCHAFT.
Und ganz besonders den Schülerinnen und Schülern, die uns bei unseren Audits immer
wieder zeigen, wofür all dieses Engagement eigentlich da ist.
Im Namen der gesamten Jury gratuliere ich Ihnen sehr herzlich zur erfolgreichen
Rezertifizierung als MINT SCHULE NRW.
Bleiben Sie neugierig, bleiben Sie mutig – und gestalten Sie MINT SCHULE NRW weiter
mit uns gemeinsam.
Herzlichen Glückwunsch!







